Stift und Druckstufen
Druckstufen sind die auffälligste Zahl im Datenblatt und das schwächste Kaufargument. Hier steht, warum — und was stattdessen zählt.
Was Druckstufen sind
Die Angabe beschreibt, in wie viele Abstufungen ein Gerät den Druck der Stiftspitze auflöst. Bei 8.192 Stufen unterscheidet die Elektronik also 8.192 Zwischenwerte zwischen „berührt gerade" und „voll aufgedrückt".
Warum mehr kaum hilft
Der Sprung von 2.048 auf 8.192 Stufen war in der Praxis wahrnehmbar. Die Verdopplung auf 16.384 taucht in Erfahrungsberichten dagegen kaum noch als spürbarer Unterschied auf. Der Grund ist einfach: Die menschliche Hand dosiert Druck nicht in tausenden Abstufungen, und kaum eine Zeichensoftware verarbeitet die Auflösung feiner, als sie darstellbar ist.
In unserer Datenbank kommen genau 3 verschiedene Werte vor: 4.096 und 8.192 und 16.384. Die Verteilung folgt dabei weniger dem Preis als dem Hersteller.
Was am Stift tatsächlich zählt
Anfangsdruck
Wie viel Kraft nötig ist, damit überhaupt eine Linie beginnt. Ein hoher Anfangsdruck macht feines Schraffieren mühsam, weil zarte Striche entweder gar nicht oder gleich zu kräftig erscheinen. Diese Angabe steht selten im Datenblatt und ist der Punkt, an dem sich Geräte real unterscheiden.
Batterielos oder nicht
Alle hier erfassten Geräte nutzen batterielose Stifte mit elektromagnetischer Resonanz: Der Stift bezieht seine Energie aus dem Tablett. Das ist der heutige Standard und der Grund, warum diese Stifte leichter sind und nie geladen werden müssen.
Neigungserkennung
Erlaubt breitere Striche, wenn der Stift schräg gehalten wird — wie bei einem Bleistift. Für Illustration und Schraffur nützlich, für Retusche und technisches Zeichnen weitgehend belanglos. 21 der 24 erfassten Geräte geben Neigungserkennung an.
Ersatzspitzen
Verschleißteil. Wie leicht Spitzen zu bekommen sind und was sie kosten, entscheidet über die laufenden Kosten mehr als jede technische Kennzahl.
Wenn zwei Geräte in Frage kommen: Die Druckstufen sind kein sinnvolles Unterscheidungsmerkmal mehr, sobald beide über 8.192 liegen. Entscheide über Fläche, Anschluss und Treiberpflege.
Was diese Seite nicht beantwortet
Wie sich ein bestimmter Stift anfühlt, ist aus Datenblättern nicht ableitbar, und wir haben die Geräte nicht selbst getestet. Die Aussagen zum Anfangsdruck geben wieder, was in Erfahrungsberichten übereinstimmend berichtet wird.